Freitag, 14. August 2009

Siem Reap, Tempels of Angkor, Kampong Cham

Franzoesische Invasion in Kambotscha! Das halbe Boot (inkl. Einheimischer) von Battambang nach Siem Reap ist franzoesisch! Und in Siem Reap selber wimmelt es nur so von Franzosen! (Ich bin nur gerade auf 2 schweizerdeutsch sprechende Paaerchen gestossen.) Die Flussfahrt ist lange, wird aber ihrem Ruf als schoenste in Kambotscha gerecht. Da der Fluss ziemlich klein ist sieht man sozusagen in die Haeuser am Ufer hinein und die Kurven sind eine rechte Herausforderung fuer den Fahrer. Und dann *BUMM*, wir sind an der Haltestelle einige Kilometer vor Siem Reap, das Boot wird von Horden von Tuk-Tuk Fahrern gestuermt und von allen Seiten wird man mit guenstigen Hotel Angeboten und gratis Fahrten ins Zentrum ueberschuettet, mein Rucksack hat seinen Weg an Land ohne mich gefunden, wird mir aber nach einmal laut ankreischen schnell wieder ausgehaendigt. Ich bin nicht ungluecklich ueber die Gesellschaft vom Franzosen vom Shared-Bike vom Vortag und so laesst sich ein Tuk Tuk finden, welches uns verspricht, dass es gratis ist und dass uns ins Zentrum, aber nicht zu einem Hotel bringt. Er hat dann doch versucht uns zu einem Hotel (wo er eine Kommission kriegt) zu bringen, als das aber zu teuer ist faehrt er uns da hin, wo ich ursprueglich wollte. Nun versucht er sich als Fahrer fuer die Tempel-Besichtigung vom naechsten Tag zu engagieren, wir sind aber so genervt und haben keine Ahnung was das kosten darf, dass wir ihn schlussendlich abwimmeln koennen. Er schreibt uns seine Nummer auf und versichert, dass sein Angebot guenstig sei.

Siem Reap ist nett, hat aber nicht viel zu bieten, als eine riesen Menge Touristen-Restaurants und -Cafes. Nach dem gestilltem Hunger und Rumfragen in der Stadt fuer Fahrer fuer den naechsten Tag, entschliessen wir uns, trotzdem den ursprueglichen Tuk Tuk Fahrer zu nehmen, sein angebotener Preis liegt voellig im Rahmen und er hat uns ja immerhin gratis zum Hotel gefahren.

Am naechsten Morgen um sieben Uhr frueh gehts los. Tuk Tuk fahren ist super!!! Und der Fahrtwind ist das Beste daran. Zuerst nach Banteay Srei, einem Tempel rund 20 km ausserhalb der Stadt: schoen, eindruecklich, Touristen ueberladen. Weiter zu einem Wasserfall, welcher sich als "Stufe im Bachbett" herausstellt: und fuer das sind wird eine halbe Stunde Umweg gefahren und 1.5 km den Berg hochgekraxelt? Anyway, ich stell mir vor, dass das der groesste Wasserfall im Land und eine riesen Touristen-Attraktion ist. Gelohnt hat sich aber die Fahrt durch die Landschaft. Stopp an einer kambotschanischen Tankstelle: ein Stand mit alten Whisky-Flaschen voller Benzin. Ueberladene Trucks und Tuk Tuks und einfach gruene Landschaft. Und los geht die Besichtigung von Tempel auf dem grossen Circuit.

Angkor Wat heben wir uns fuer den naechsten Tag auf, welcher mit Sonnenaufgang-Zuschlag von 2 USD um 5 Uhr morgens beginnt. Und wo ist jetzt dieser umhauend schoene, rote Sonnenaufgang? Boeses Reisegspaendli, welches mich dazu bequatscht hat! Total muede nehmen wir den kleinen Circuit von Tempeln in Angriff (das Bayon ist wirklich das schoenste) und sind schon um 12 Uhr damit fertig. Einfach nur in die Stadt zurueck und schlafen gehen.

Ueberall bei den Tempeln sind Kindern, welche Buecher, Postkarten, Halstuecher und alles moegliche verkaufen. Grundsaetzlich hilft anlaecheln und "No" sagen um sie los zu werden, konnte mir des oeftern aber ein herzliches Lachen nicht verkneifen. "You buy!" und ohne dass ich ueberhaupt was gesagt habe "Maybe when you come back?". "Ten (Armreifen) only one Dollar" "No, thanks" "Fifteen, only one Dollar" ... "Thirty-fife, only one Dollar". Gegen Ende des zweiten Tages bin ich mit original kambotschanischen Hosen, (nur) 10 Armreifen und einem Schal ausgestattet. Auf meine Erklaerung, ich habe doch schon genug folgt immer "one more, one more" oder das ominoese "same same but different". Ganz suess fand ich das kleine Maedchen, welches mein Reisegspaendli in dieses 9-Felder-wer-eine-Reihe-Kreuze-hat-gewinnt-Spiel verwickelt hat: "if I win, you buy", sie hat natuerlich gewonnen und er hat trotzdem keinen Paper-Falt-Vogel gekauft.

Zwei Tage Tempel angucken sind aber genug fuer mich, desshalb habe ich heute morgen den Bus nach Kampong Cham genommen. Eine der groesseren Staedte im Land, aber ueberhaupt nichts los oder zu tun, fuer mich nur ein Durchreise-Punkt, damit ich nicht schon wieder den ganzen Tag im Bus sitze. Jetzt wo es langsam kuehler wird (es ist halb 6 abends) werde ich einen Stadt-Spaziergang machen und den franzoesischen Leutturm auf der anderen Seite des Mekongs ansehen gehen. Morgen gehts nach Kratie (auch so ein Kaff, aber mit Fluss-Delphinen) und dann auf nach Laos...