Montag, 10. August 2009

Phnom Penh II, Battambang

Phnom Phenh ist so verwirrend, so surreal. Oder vielleicht ist genau das die Realitaet puur. Ueberall Lachen auf den Gesichtern der Menschen (die breitesten auf den der Tuk-Tuk Fahrer), ein goldig-goldiger Koenigspalast, und wenn man raus kommt wieder die Kinder am betteln oder Wasser verkaufen. Die Stadt ist alles andere als sauber und die Armut unuebersehbar. Es fahren massenhaft Mercedes und Lexus rum. Auf der anderen Seite ist die Child-Safe-Organisation zur Vermeidung von Kinds-Prostitution allgegenwaertig. Die Stadt ist voller Moenche und Wat's (Tempel) und voller komischer Touristen. Auf der Suche nach Mittagessen stosse ich auf einen Mitt-40er-Schweizer, welcher mit dem Schweizer Lebenswandel nicht mehr zurecht kommt und nun hier rum haengt, und eine Alkfahne hat.

Da meine Waesche welche ich in einer der vielen Laundrys in der 111. Strasse machen lassen habe schon fertig ist, gehe ich einen Tag frueher als geplant weiter.

Uebrigens haben nur sehr wenige Strassen hier einen Namen. Waehre ja eigentlich sehr hilfreich, dass die nummeriert sind, nur eben doch nicht. 111, 113, 115, gefolgt von 125, und dann 141, da ist das Sunday Hotel.

Battambang ist 5 Stunden mit dem Bus entfernt (oder 6, wenn er grundlos einfach irgendwo stehen bleibt) und mit 140'000 Einwohnern die dritt groesste Stadt im Land. Weit und breit keine wirklich hohen Haeuser zu sehen, so richtig heimelig. Das Hotel hat mich schnell gefunden und ein Zimmer mit nur-Fan und kalt-Wasser fuer den halben Preis von mit-Aircon und warm-Wasser tut es auch. Kambodscha ist uebrigens nicht wirklich guenstiger als Vietnam, eigentlich sogar eher teurer. In Battambang laesst sich aber Kaffee fuer 1500 und ein einfaches Nudelgericht mit Fleisch fuer 6000 finden (4000 = 1 USD = 1,2 CHF). Interessanterweise kann man hier ueberall USD und Riel gemischt zahlen.

Bei meiner ersten Besichtigung der Stadt (gibt nicht wirklch viel zu sehen) bin ich in einen Motorbike-Fahrer und eine Hollaenderin "hineingelaufen". 2,5 USD sind doch ein ganz passables Angebot fuer einen geteilten Ruecksitz und eine Fahrt zu einem Huegel mit Pagode, "Killing Cave" und Millionen von Fledermaeusen welche am Abend auf Futtersuche ihre Hoehle verlassen. Es soll ueber eine Stunde dauern bis alle (insektenfressenden) Fledermaeuse draussen sind. Hier scheint es normal zu sein, dass sich Touristen einen Ruecksitz teilen und man hat auch keine Chance als Passagier einen Helm zu bekommen (Helm-Pflicht in Vietnam). Aber er ist definitiv ein guter Fahrer! Desshalb (und weil es einfach guenstiger ist) bin ich auf das Sitz-Sharing-Angebot mit einem Fremden fuer die heutige Rundfahrt, welches der Fahrer mir angeboten hat eingegangen. Der Fremde ist ein franzoesischer Student (von schlanker Statur, sonst waehre es definitiv eng auf dem Bike geworden ;-). Kilometerweise Schotterpiste fahren, das Wat Phnom Banan ist wirklich schoen und dann verregnet werden. Den legendaeren Bamboo-Train haben wir dann wortwoertlich im Regen stehen lassen und sind Schlamm verspritzt in die Stadt zurueck. War ein spannender und sehr gelungener Tag. Ich bin froh, dass ich aus Phnom Phen raus bin. ;-)

Morgen frueh gehts per Boot sieben lange Stunden nach Siem Reap, soll aber die schoenste Boots-Strecke im Land sein. Ich hab mein Ticket wieder einmal am falschen Ort fuer 20 anstelle von moeglichen 17 USD gekauft, grummel.