Wieso zahlt man in Cuzco nie den richtigen Preis fuer ein Taxi, wenn man ihn nicht weiss. Wie auch immer, ich lerne. Mit Vollgepaeck an den Busbahnhof und zum naechsten "Arequipa! Arequipa!" - 45 soles fuer Cama? Da muss ja was falsch sein, egal ich nehms trotzdem. Und dann ist der Bus auch noch bequem. Und ich habe zum ersten mal keine alte Dame sondern einen recht gut aussehenden jungen Herrn als Nachbarn. Ist aber alles egal, ich bin innerhalb von 5 Minuten sowieso eingeschlafen! Und ich habe gut geschlafen! Bis um sieben, obwohl der Bus ja um 5.30 h ankommen sollte. Na, wenn der Bus mitten in der Nacht in Mitten der Pampa 3.5 Stunden vom Ziel mit einem Motoren-Schaden stehen bleibt... Gluecklicherweise laesst sich ein anderer Bus finden, der mich fuer extra 20 soles ans Ziel faehrt...
Soll ich? Soll ich nicht? Kann ich? Kann ich nicht? Nach ein paar Stunden in Arequipa rumwandern entschliesse ich mich den Chachani Mountain (6'075 Meter) zu besteigen. Der andere Schweizer hilft mir beim Touranbieter aussuchen und richtiges Material fassen. Jacke, Ueberhosen, Handschuhe, Rucksack, wasserdichte Schuhe, Gamaschen, Steigeisen, Wanderstoecke, Eispickel. Mit Ohropax und Augenklappe eine Nacht lang gut schlafen (da es dann auf 5'000 m.ue.m nicht mehr so gut gehen soll) und los gehts. Oder auf jeden Fall nach einer Stunde mit dem Touranbieter ueber abgemachte und tatsaechliche Tatsachen streiten. Ja das ist Peru. Anyway.
Wir sind drei, der andere Schweizer (schon auf so Berge hochgekrochen), der Oesterreicher (extrem fit aussehend) und ich (schiss habend, dass ich den Jungs nicht nach mag). Im 4x4 drei Stunden ueber die holprigste Holperstrasse von ca. 2'500 auf ca. 5'200 m.ue.m. Kokablaetter sollen da helfen! Gepaeck satteln und eine Stunde steil den Berg hoch zum Basislager. Der einte kotzt schon, ich bin nur ober langsam aber kontinuierlich. Um 3 gibts Abendessen und dann gehts ins Bett, wir sollen um 1 in der Nacht ja schon wieder auf. Ich mag nicht wirklich essen und schlafen kann ich schon gar nicht. Es ist kalt und ich hoffe nur, dass es bald Zeit zum aufstehen ist... Endlich "weckt" uns der Guide zum Fruehstueck, welches bei mir gerade mal aus einem Koka-Tee besteht. Nummer zwei von den Jungs ruft den Kraehen. Und los gehts! Wieso tue ich mir das an? Wieso? Wieso? Wieso? Bin ich aber froh, dass ich auf 4'000 Meter schon einmal einen Tag lang spazieren war! Der Schweizer muss aufgeben weil sein Koerper gerade gar nicht will. Und der Oesterreicher ist dann ueberhaupt nicht schneller als ich. Und ich bin ober langsam! Steigeisen montieren und eine Stunde lang ueber Schnee traversieren. Boah, dieser Blick runter auf die Lichter von Arequipa! Der Weg fuehrt ueber 3 Kuppen, Fatima der zweit letzte ist der schlimmste. Alle 10 Schritte einen Moment stehen bleiben um Luft zu holen! Inwischen geht die Sonne auf, welche natuerlich viel, viel schneller als wir ist. ;-) Nochmals Steigeisen, nochmals ueber Schnee traversieren und wir sind am Chachani. Unten allerdings! Nochmals 200 - 300 Hoehenmeter, ich kann doch gar nicht mehr, nochmals knapp eine Stunde, aber es ist doch gleich da oben, da, da, ich sehe es so nah vor mir.
Chachani Mountain (6'075 m.ue.m)!!! Der Ausblick ist gewaltig. (Und ich war dann vor dem Oesterreicher oben *gut fuer mein ego sein*!) Nur leider macht das Wetter nicht mit! Nur LEIDER muessen wir den ganzen Weg wieder zurueck!!! Da siegt dann Kondition ueber Hoehen-Gewoehnung. Aber ich habe ja eh keine andere Wahl. Aber wir koennten doch wenigstens mal eine halbe Stunde Pause machen. Der Schnee der vom Himmel faellt findet das allerdings nicht. Und unser Guide auch nicht, da wir zeitlich eh schon nicht super sind. Zurueck ins Lager (es ist 11.30 h, es fuehlt sich aber so was wie 3 h an!!!), Zelt abbauen, alles auf den Rucksack binden und den Hang runter. Der Jeep koennte doch wirklich ein wenig weiter hoch fahren, hat er beim Hinweg ja auch! *sterben* Um 7 ins Bett und mehr als 12 Stunden durchschlafen, ohne einmal aufzuwachen, obwohl ich die Party-Huehner im Zimmer habe.
Arequipa ist uebrigens schoen. Die ganze Stadt ist aus dem weissen Vulkan-Gestein gebaut, mit vielen Ornamenten und Kirchen. Kaum setzt man sich 2 Minuten hin wird man in ein Gespraech verwickelt. Mein Spanisch ist doch aber wirklich nicht so gut! Das scheint dem aeltern Herrn aber egal zu sein. Besser mit mir quatschen als arbeiten, aber wer kann ihm schon boese sein, es ist ja Oster-Sonntag. Nachdem ich schon die Inka-Kola versucht habe (schmeckt wie ultra suesser Kaugummi) muss auch noch ein Meerschweinchen her (schmeckt wie Huehnchen, es ist einfach nichts dran).
Ist es echt eine gute Idee wieder mit der selben Bus-Companie zu fahren, mit welcher man drei Tage vorher stecken geblieben ist? Also ich finde schon! ;-) Als es aber im Hostel heisst, es gebe einen Busstreik, finde ich das gar nicht lustig. Zum Glueck nur auf der Linie nach Lima, Cuzco soll ok sein. Mein Taxi steht ja eh schon vor der Tuer, dann gehe ich mal gucken... Alles gut, bis auf das kleine Detail, dass ich wieder im genau gleichen Bus sitze, wie der der eben stehen geblieben ist. Ich bin mir ganz, ganz sicher, es kann kein zweiter den selben riesen Riss an der Frontscheibe haben. ;-)
Aber ich bin ja jetzt in Cuzco, alles problem los. Wieder einmal mit einer Decke von meiner Bus-Nachbarin. Und zur Abwechslung mal mit einem fairen Preis fuer das Taxi ins Hostel. Muss heute noch eine Menge organisieren, Waesche machen, Geld abheben und um 7 ans Treffen fuer die Tour zum Berg von morgen. Matchu Picchu, ich komme!!!
Wolli ist uebrigens umgezogen! Ich habe mir endlich einen schlauen Tagesrucksack gekauft und meine Tasche weggeschmissen...